70 Jahre Fabi

 

Am 18. Oktober 2019 fand in der Pasinger Fabrik die Jubiläumsfeier zum 70. Geburtstag der Fabi statt.

 

Die Fabi – gemeinnützige Familienbildungsstätte München e.V. – wurde 1949 von Lotte  Geppert als Münchner Mütterschule im Flüchtlingslager in Allach gegründet, um Frauen mit ihren Kindern bei der schwierigen Lebensbewältigung in der Nachkriegszeit beizustehen.

Die Familienbildungsstätten sind keine Lernschulen, sondern Lebensschulen. Sinn und Zweck der Familienbildungsstätten (Mütterschulen) ist es, den Eltern (Müttern) Rat und Hilfe für ihre verantwortungsvollen Aufgaben zu geben, ihnen für die Pflege und Erziehung der Kinder die ihnen fehlenden Kenntnisse zu vermitteln und ihnen die Wichtigkeit ihrer täglichen, oft mühevollen Kleinarbeit darzustellen, dass sie ihnen nicht mehr lähmend, sondern als schlichtweg unersetzlich klar wird. Das Kriterium für unser Beisammensein besteht darin, ob die Eltern (Mütter) uns mit helleren Augen verlassen, als mit solchen, mit denen sie uns begrüßten.“ (Lotte Geppert 1950)

Gemeinsames Nähen, um etwas zum Anziehen zu haben, gemeinsames Kochen, um etwas essen zu können. Finanzielle Unterstützung - ohne die diese Tätigkeit nicht möglich gewesen wäre - gab es in dieser Zeit vom Frauenfunk des Bayerischen Rundfunks, dem Frauenreferat der US-Militärregierung und dem Schweizer Hilfswerk.

Mittlerweile ist die Fabi eine wichtige Institution für Münchner Familien geworden und ist wichtige Ansprechpartnerin für Fragen, erster Kontaktpunkt um Netzwerke zu knüpfen und treuer Wegbegleiter für die ersten Lebensjahre.

 

In der Jubiläumswoche vom 14.-20.10.2019 werden 203 Kurse in 5 Zweigstellen angeboten mit 1.460 Teilnehmer*innen und ihren Kindern. Mit 21 Ehrenamtlichen von wellcome werden in dieser Woche 22 Familien besucht und mit ca. 66 Stunden unterstützt.

Wir freuen uns sehr, dass wir auf unserer Jubiläumsfeier für die Grußworte folgende Gäste begrüßen durften:

 

Ministerialdirektor Dr. Markus Gruber stellvertretend für Staatsministerin Kerstin Schreyer / Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, betont, dass wir heute wie auch zu Zeiten der Gründung von Fabi immer auch auf das Engagement Einzelner angewiesen sind, wenn es darum geht, Menschen zu helfen und Umstände zu verbessern. Dies gelte in besonderer Weise für den Familienbereich. Gruber: „Erziehung ist anders. Aber nicht einfacher geworden.“ Familien seien heute beispielsweise, was die Erziehung zu Medienkompetenz anlangt, ganz anders gefordert als früher. Der Freistaat Bayern stehe hier auch künftig an der Seite der Familien und anderer Unterstützungspartner wie den Kommunen und Initiativen wie Fabi.

 

Anne Hübner / Stadträtin stellvertretend für Bürgermeisterin Christine Strobl / Landeshauptstadt München bedankt sich bei allen, die sich engagieren und dazu beitragen, auf die sich schnell verändernde Stadt zu reagieren. Die Fabi – als wichtige Partnerin der Stadt - spielt aus ihrer Sicht vor allem sozialpolitisch eine große Rolle, weil sie viele Familien mit Migrationshintergrund erreicht,  Und sich in ihrem Angebot das bunte Bild der Münchner Stadtgesellschaft spiegelt.

 

Ronald Wirth / Abteilungsleitung Stadtjugendamt München Abteilung Kinder, Jugend und Familien stellvertretend für Esther Maffei / Leiterin des Stadtjugendamtes fasst die Fabi zusammen: „Die Fabi – als innovativer und verlässlicher Partner der Stadt München und des Jugendamtes - ist immer am Puls der Zeit, was Familien brauchen und die Angebote werden immer angepasst an die aktuellen Bedingungen.“ Er hebt vor allem die Arbeit der qualifizierten Fachkäfte hervor als das Kernstück der Fabi

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion gab es interessante Einblicke:

  • Elly Schellerer-Ormanlar war früher Praktikantin bei der Fabi, dann Zweigstellenleiterin in Thalkirchen/Sendling, Vorstandsmitglied und ist heute noch im Beirat der Fabi.
  • Reiner Keller ist seit 25 Jahren Zweigstellenleiter in Pasing und bestätigt das Zitat von Dr. Buttersack, was die Fabi für München – und auch die Väter – immer noch bedeutet: „Die Münchner Mütterschule ist ein kostbarer Besitz unserer Isarstadt“ und betont, dass immer mehr Väter Interesse haben am Kursangebot.
    das war doch das Zitat von Dr. Buttersack – Reiner hat bestätigt, dass es immer noch gilt und auch für die Väter
  • Petra Schmid-Lenz ist seit 20 Jahren der Fabi verbunden und startete ebenfalls als Praktikantin uns ist seit langer Zeit Kursleiterin – momentan in Giesing.
  • Naoul Smouni ist Fachkraft und Regionalbeauftragte für Elterntalk und für die Region Neuperlach
  • Kim Brückl ist Mutter von 2 Kindern (3,5 und 1 Jahr), die momentan Kurse in Neuperlach besucht und bezeichnet die Fabi als „zweite Familie“, wo sie sein kann, wie sie ist und alle Fragen stellen kann und den wichtigen Austausch mit anderen Familien bekommt.

Als Wunsch für die nächsten Jahre sind sich alle einige: Die Fabi soll weitermachen wie bisher und Impulse setzen und auf sich wandelnde Themen reagieren.

Anschließend gab es in der Cantina ein Buffet mit musikalischer Untermalung von Titus Waldenfels sowie Zeit für den persönlichen Austausch und den Gang durch die Poster-Gallerie der verschiedenen Jahrzehnte der Fabi. Wir danken den Pasinger Fabrik für ihre Gastfreundschaft!

 

Wir freuen uns sehr, dass wir in der Woche vom 21.-25.10. für die Münchner Familien ein besonderes Angebot hatten: Alle Mini- und Maxiclubs in allen 5 Zweigstellen waren kostenlos und es gab ein besonderes Angebot und Verlosungen.

Im März 2020 gibt es wieder Grund zu feiern: Milbertshofen hat dann schon den 20. Geburtstag und es wird einen Familientag mit buntem Programm geben.